STADLPOST

© Büro Stefan Mross
11. Oktober 2017

Stefan Mross: „Im Endeffekt entscheidet das Publikum!“

Stefan Mross ist ein Mann der klaren Worte. Neben der künstlerischen Karriere hat er als Moderator u.a. der TV-Show „Immer wieder Sonntags“ den Durchbruch geschafft. Die STADLPOST hat ihn zum großen Interview getroffen. Lesen Sie exklusiv bei uns was ihn mit Andy Borg verbindet, was er mit der Trompete plant und warum er sich seinen „Lausbuben-Charme“ behalten hat.

 

Zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch, lieber Stefan. Dein Vertrag nicht nur verlängert, sondern um zwei weitere Ausgaben ergänzt. Wie lange läuft der Vertrag insgesamt? 

Der Vertrag läuft bis 2018 – ich denke, es wird auch darüber hinaus noch weitergehen. Auch wenn das noch in den Sternen steht, gehe ich schon wegen des aufwändigen neuen künftigen Bühnenbildes davon aus, dass man das nicht nur für eine Saison gebaut hat. Die ARD wird in Kooperation mit Kimmig Entertainment bei der Finanzierung der Bühne sicher langfristig geplant haben, wobei vertraglich sicher erst mal die Saison 2018 steht mit 16 Folgen plus Best Of-Sendungen. In letzter Zeit waren wir übrigens sehr fleißig – wir haben für den SWR binnen drei Tagen 70 Moderationen für zehn Best-Of-Sendungen aufgezeichnet. Das ist für uns eine schöne Bestätigung. Wann genau das ausgestrahlt wird, ist mir derzeit allerdings noch nicht bekannt.

 

Seit Jahren hast Du Dir eine neue Bühne für „Immer wieder sonntags“ gewünscht. In wieweit ist es auch eine Genugtuung, dass das nun „endlich“ geklappt hat? 

(lacht) – Ja, das ist schon ein Ritterschlag. Man weiß – wenn so eine Bühne aufwendig gebaut wird, muss auch „Immer wieder sonntags“ weitergehen, weil sonst keine Bühne gebaut worden wäre – nicht für nur eine Saison. Die Planungen sind schon stark fortgeschritten. Es wird eine wunderbare Kulisse geben mit vielen Überraschungen. Das ist ein besonderes Gefühl, dass man der maroden Bühne „auf Wiedersehen“ sagen kann – mit einem Dankeschön für wunderbare Jahre. Die stand da ja 365 Tage im Jahr bei Wind und Wetter und Schnee. Ich werde sie zum Schluss noch einmal „küssen“, freue mich dann aber auch auf die neue Kulisse.

 

Alle reden vom „Schlagerboom“, aber Eure IWS-Tournee ist erzkonservativ besetzt, wenn man Die Cappuccinos mal außen vor lässt. Habt Ihr da etwas den Anschluss verpasst? Oder seht Ihr einen kommenden Volksmusikboom?

Unser Konzertveranstalter will bewusst wieder auf volkstümliche Musik setzten, weil dort auch nach wie vor eine große Zielgruppe ist. Gerade in den neuen Bundesländern sind Gruppen wie Die Schäfer bzw. die Persönlichkeit Ronny Weiland sehr gefragt. Letztlich entscheidet der Veranstalter. Ich selber hätte mir noch einen Gast mehr gewünscht – aber auch so werden wir natürlich das Beste daraus machen und alle glänzen. Die Vorverkaufszahlen sind gut, es wird sicher eine spektakuläre Tournee.

 

Wann hast Du Dich dazu entschieden, die Trompete beiseite zu legen, um Dich als Sänger und Entertainer neu zu definieren und durchzustarten?

Im Endeffekt entscheidet das Publikum. Ich hab’s ausprobiert bei diversen Festen in der Schweiz oder in Österreich oder bei anderweitigen Veranstaltungen. Da habe ich probiert, dem Publikum wieder mehr Lieder mit Trompete anzubieten. Zwei oder drei Stücke wurden akzeptiert – mehr eher nicht. Aktuell ist Instrumentalmusik nicht mehr so gefragt. Momentan ist eher die Zeit des Gesangs – so ist es auch bei mir. Bei meinen Balladen und Ansagen fühlen sie sich offensichtlich besser unterhalten als mit meiner Instrumentalmusik. Obwohl ich das stolze Alter von 42 Jahre erreicht habe, sprechen mich die Leute als gut gelaunten Buben von Immer wieder sonntags auf der Straße an. Momentan gehe ich daher das Thema Trompete eher defensiv an. Ich werde aber nie vergessen, dass ich damit meinen Durchbruch geschafft habe.

 

Du warst selber Kinderstar. Wie schwer war es für Dich, Dich „freizuschwimmen“?

Na ja – auch das entschiedet das Publikum. Man muss sicher erwachsen werden und Verantwortung übernehmen, das muss das Publikum merken. Wenngleich ich hoffentlich meinen Lausbuben-Charme etwas habe erhalten können, muss ich doch gewisse Dinge engstirniger sehen als ich das als Kind getan habe. Andererseits darf man auch nicht alles zu ernst sehen. Der Schritt vom Kinderstar zum erwachsenen Künstler ist ein sehr schwieriger – wenn man ihn schafft, ist es aber ein sehr schöner Schritt, weil man immer etwas zu erzählen hat.

 

Am 3. November wird es eine gemeinsame große Veranstaltung namens „Herbst-Stadl“ geben, die Du gemeinsam mit Andy Borg moderieren wirst. Ist das eine einmalige Angelegenheit, oder könnte daraus mehr entstehen?

Man soll niemals „nie“ sagen. Für viele Leute sind wir ja ein Traumduo. Manchmal muss man die Leute auch wachrütteln. Die Veranstaltung heißt ja auch „Immer wieder Stadl mit Andy Borg und Stefan Mross“. Viele meinen, das sei eine neue Fernsehsendung, was natürlich völliger Quatsch ist. Andy und ich wollten es einfach mal probieren. Es gibt Leute, die an das Projekt glauben, und wir sind sogar bereits in den Planungen für eine Folgeveranstaltung im kommenden Jahr.

 

Wie kommt es, dass Heino, ein langjähriger Stammgast, in der diesjährigen Staffel nicht dabei war? 

Uih – stimmt – der war ja in der Tat in diesem Jahr nicht dabei. Warum das so ist, ist mir nicht bekannt.

 

In diesem Jahr wird es wieder eine Weihnachtstournee mit Stefan Mross und tollen Gästen geben. Wie ist es um die Tournee-Produktion „Immer wieder Weihnacht“ bestellt?

Wir wollten die Tournee eigentlich „Immer wieder Weihnacht mit Stefan Mross“ nennen – der Konzertveranstalter war aber schneller und hat die Tour „Weihnachten mit Stefan Mross“ genannt und schon entsprechend Plakate durcken lassen. Wir sind da mit schönem Bühnenbild und guter Besetzung in Baden-Württemberg unterwegs. Ich denke, dass das Publikum zufrieden nach Hause gehen wird.

 

Welchem jungen Talent drückst Du derzeit – außer Anna-Carina – noch die Daumen? 

Da drücke ich außerdem der Anna-Carina Woitschack die Daumen (lacht). Es gibt momentan ganz viele. Wir haben da derzeit echt einen großen Markt. Die Kehrseite der Medaille ist aber, dass viele meinen, sie könnten jetzt mit Schlagern Geld verdienen, weil sie zu wissen glauben, der Markt sei gerade da. Der Kuchen wird nicht größer, die Stücke werden aber vielleicht weniger groß. Wobei es auch viel guten Nachwuchs gibt – den gilt es herauszupicken. Manche wissen ja gar nicht, dass sie überhaupt singen können. Es ist momentan wirklich ein interessanter Markt, der sich da entwickelt. Das ist nicht ungefährlich. Man muss sehr aufpassen, dass sich das nicht zu einer Blase entwickelt, die dann irgendwann platzt. Gott sei Dank haben wir in Deutschland aber wirklich diesen Schlagerboom. Ein treues Publikum ist das – mit vielen jungen Leuten. Ich bin immer wieder begeistert, wie vielschichtig – auch vom Alter her – beispielsweise das „Immer wieder sonntags“-Publikum ist. Das sehe ich insbesondere, wenn ich mir die Aufzeichnung ansehe – während der eigentlichen Live-Sendung bekomme ich das gar nicht so mit. Das sehe ich eher im Fernsehbild – toll! Andrerseits ist es gefährlich, weil ich hoffe, dass das alles so bleibt. Wobei es nicht so ist wie früher, dass gefühlt täglich Schlager- und Volksmusiksendungen im Fernsehen gibt. So etwas wie früher a la „SAT 1 präsentiert Schlager“ gibt es ja derzeit nicht. Wenn es nicht weniger wird bei den Unterhaltungssendungen und die derzeitigen Shows gesund auf den Beinen steht und man sich gegenseitig stützt, ist eigentlich jedem geholfen nach meiner Meinung.

UNSER TIPP: Ein noch ausführlicheres Interview mit Stefan Mross finden Sie in der aktuellen Ausgabe der „Stadlpost“ – nur noch bis 16.10. am Kiosk oder hier bestellen bei uns im Stadlmarkt.

Ab 17.10. gibt’s schon die nächste Ausgabe aktuell am Kiosk oder hier als Abo bestellen!

 

TAGS: Immer wieder sonntags / Stefan Mross