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© Kerstin Joensson
7. November 2017

Norbert Rier: „Ich danke dem lieben Gott für die gelungene Herz-OP“

Wegen einer verkalkten Herzklappe musste der 57-Jährige jetzt operiert werden. Gute Nachricht: Alles ist bestens verlaufen.

 

Herr Rier, wie geht es Ihnen nach der Herz-OP?
Norbert Rier: Ja, sehr gut! Die OP ist gut verlaufen und es ist alles im sehr guten Bereich. Natürlich bin ich froh, dass es keine Komplikationen gab. Und natürlich habe ich riesigen Respekt vor den Ärzten und allen medizinischen Fachkräften. Ich wurde rundum phantastisch versorgt und kann mich nur beim lieben Gott und allen bedanken. Ganz großen Dank an all die Genesungswünsche. Mir wurde im wahrsten Sinne des Wortes wirklich warm ums Herz. Das ist ja gut für die Durchblutung (lacht).

 

Was ist allgemein Ihre größte Angst?
Norbert Rier: Zum Glück musste ich noch nie richtig schlimme Angst haben. Als ich vor Jahren völlig unerwartet einen Zusammenbruch erlebte und eine Lungenembolie diagnostiziert wurde, war das für mich natürlich auch ein kleiner Schock. Weil einem da auch wieder bewusst wird, wie schnell etwas passieren kann. Vor der Herzklappen-Operation jetzt hatte ich aber keine Angst.

 

Was war der traurigste Moment in Ihrem Leben?
Norbert Rier: Als mein jüngster Bruder starb. Er hatte einen Unfall mit einem Traktoranhänger. Und leider ist auch meine Schwester verstorben. Sie ist gestürzt und bekam dann eine tödliche Blutvergiftung. Auch als unser Manager Karl-Heinz Gross auf einer Tournee schwer verletzt gefunden wurde und dann verstarb, macht mich heute noch traurig. Oder unser ehemaliger Gitarrist Andreas Fulterer. Mit nur 55 Jahren hat er den Kampf gegen den Krebs verloren.

 

Können Sie sich auch an Ihren glücklichsten Moment erinnern?
Norbert Rier: Natürlich als ich meine wunderbare Frau Isabella heiraten durfte. Und als meine vier Kinder das Licht der Welt erblickten. Dann der erste Auftritt mit den Kastelruther Spatzen Silvester 1979. Oder die Audienz beim Papst Benedikt 2012. Das war sehr beeindruckend. Ich hatte und habe unendlich viele glückliche Tage. Dafür bin ich sehr dankbar.

 

Wer ist der wichtigste Mensch in Ihrem Leben?
Norbert Rier: Meine Familie und viele andere Menschen. Und wenn man es so will, auch der liebe Gott. Ich glaube an ihn, wobei ich kein übertriebener Kirchengänger bin. Aber die Werte wie Treue und Ehrlichkeit und nicht Lügen und Betrügen sind für mich sehr wichtig. Ich habe übrigens einen Glücksbringer: Eine Halskette mit einem Kreuz. Ein Geschenk von meiner Frau.

 

Wie haben Sie Ihre Kindheit in Erinnerung?
Norbert Rier: Ich hatte eine wunderschöne Kindheit. Sehr gute Eltern. Wir waren elf Kinder. Ich durfte umgeben von Bergen und Tälern in Südtirol großwerden. Das hat mich als Kind immer schon glücklich gemacht. Dann die frische Milch, das frische Brot, die Familienfeiern, die Gottesdienste. Mit sieben Jahren habe ich meine erste Mundharmonika zum Geburtstag geschenkt bekommen. Das war Glück pur. Viel mehr kann ein Paradies wohl nicht bieten.

 

Und Ihr erster Kuss?
Norbert Rier: Ich glaube, ich war ein Spätzünder. Denn ich war bei meinem ersten Kuss 17 Jahre alt und alles andere als ein Mädchenaufreißer. Dann, bei Sommerfest, hat sich ein Mädchen getraut. Sie war etwas älter als ich und ich muss sagen, dass es mich nicht abgeschreckt hat. Heute küsse ich natürlich nur noch meine Frau.

 

Worauf sind Sie besonders stolz?
Norbert Rier: Auf meine Familie und meine Hof-Landwirtschaft. Aber was heißt Stolz? Es sind ja Geschenke. Wobei man natürlich etwas dafür tun muss. Auch für die musikalischen Erfolge mussten wir arbeiten. Allerdings macht das ja sehr viel Spaß und Freude. Auch dass wir jetzt das neue Album „Die Tränen der Dolomiten“ produzieren durften. Und ja, ich bin klitzeklein darauf stolz, dass die Kastelruther Spatzen 13 Echo-Preise bekommen haben. Darauf darf man doch etwas stolz sein, oder? Oder auf meine Kinder? Und natürlich auf all die Fans, die uns immer noch singen hören möchten. Danke schön!

Text: Petra Cichos