STADLPOST

© kerstin joensson
1. Januar 2018

„Die Silvestershow mit Jörg Pilawa“ geht in die Verlängerung!

Auch wenn das Portal „MEEDIA“ die Meinung vertritt: „Im Ersten hat sich’s inzwischen selbst zu Silvester ausgestadlt“,  so geht es dennoch weiter. Nach STADLPOST Information wurde der Vertrag für „Die Silvestershow mit Jörg Pilawa“ (und eigentlich auch mit Francine Jordi …) um gleich zwei Jahre verlängert. „Die Silvestershow“ wird – und das wohl wieder mit Jörg Pilawa (und Francine Jordi) am 31. Dezember 2018 live aus der TipsArena in Linz übertragen. Karten für € 110,00 (Kategorie 1), € 85,00 (Kategorie 2) und € 60,00 (Kategorie 3) sind bereits jetzt und HIER erhältlich.

 

Auch wenn das Magazin „Focus“ in der TV-Kolumne seiner Online-Ausgabe befindet „Jörg Pilawa zeigt, warum der Fernseher an Silvester lieber aus bleiben sollte“, das „Prädikat langweilig!“ verleiht und einschläge Zuschauerstimmen  („So eine langweilige Silvestershow haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Die Moderatoren passen da einfach nicht hin. Ist einfach nicht echt wie früher.“, ODER „Die schlechteste Sendung die ich in meinem Leben gesehen habe. Gehe wieder ins Bett schlafen.“ ODER „Nur peinlich.“ zitiert, so muss man auch die vielen positiven Aspekte gelten lassen.

 

Nachdem bereits die Generalprobe (am 30.12.2017) in der Messehalle Graz mit 2.000 Besuchern bemerkenswert gut verkauft war, wurden zur Live-Show am 31.12. rekordverdächtige 4.200 Zuschauer gezählt. Das Publikum war von Anfang an außer Rand und Band und überforderte die Sicherheitsheute derart, dass sich nahezu das gesamte Geschehen auf der Hauptbühne abspielen musste, da ein „Durchgang“ zwischen den Gängen einfach nicht mehr möglich war.

 

Positiv hervorzuheben ist der Live-Gedanke, der nahezu die komplette „Silvestershow“ durchgetränkt hat. Dass sich Roberto Blanco ausgerechnet bei seinem Superhit „Ein bisschen Spaß muss sein“ im Text verhedderte (bei der Generalprobe klappte alles reibungslos!), ist der beste Beweis dafür, dass in dieser Sendung sehr viel live gesungen und auch live gespielt wurde. Einmal mehr hat die Wolfgang Lindner (jr.) Band („Die besten Musiker seit Erfindung der Schallwellen“, wie Jörg Pilawa bei der Generalprobe so treffend sagte“) ganze Arbeit geleistet – den 4-köpfigen Chor mit eingerechnet.

 

 

Roberto Blanco bei der Generalprobe. Da klappte alles reibungslos …

 

 

 

 

 

Bezüglich der Künstler- und Titelauswahl kann man von einer Sendung, die an einem Silvesterabend läuft, keine sonderlich großen Innovationen erwarten. Da hilft eben nur die Nummer sicher Variante.  Und so wiederholten sich – ähnlich wie in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ – gewisse Sendungsabläufe eben. Allerdings gab es auch die eine oder andere musikalische Überraschung – beispielsweise, als voXXclub im Duett mit Francine Jordi den Göla-Klassiker „Ewige Liäbi“ sangen oder (- „eine absolute Weltpremiere“ -) Bonnie Tyler ihren Hit „Total Eclipse Of The Heart“ gemeinsam mit Johnny Logan röhrte.

 

„Grand Prix der Volksmusik 1995“ Siegerin Géraldine Olivier überraschte mit zwei tollen, weil so völlig unerwarteten Auftritten: einmal präsentierte ein Potpourri aus den bekanntesten maritimen Seemannsliedern, zum anderen ein tolles weiteres Medley, das aus französischen Chansons bestand.

Mit den Amigos hatte man einmal mehr das erfolgreichste Schlager-Duo Europas am Start, mit Bernhard Brink einen der beständigsten und unkaputtbarsten Schlagersänger. Mit Roberto Blanco hatte man eine Stimmungskanone durch und durch verpflichtet. Und mit Marc Pircher, der Hermes House Band, den Edlseern, der Münchner Zwietracht, den Grubertalern und den jungen Zillertalern kann man an Silvester nichts verkehrt machen. Auch Sigrid & Marina sowie voXXclub wussten vollumfänglich zu überzeugen. Die voXXclub-Jungs hatte man zudem auch in den „letzten Weltrekord des Jahres“ im „Schuhplatteln“ mit eingebunden. Auch die Fäaschtbänkler vermochten beim Publikum durchaus zu punkten.

 

Die Jungen Zillertaler sorgten für fetzigen Alpinsound

 

Musical-Freunde kamen mit „Afrika! Afrika!“ auf ihre Kosten. Die „internationale Abteilung“ wurde durch den 3-fachen Eurovision Song Contest Sieger Johnny Logan (2-mal als Sänger, ein weiteres Mal als Komponist für die heute völlig in Vergessenheit geratene Linda Martin) sowie Bonnie Tyler abgedeckt. Wobei Bonnie Tyler auf persönlichen Wunsch von Jörg Pilawa in „Die Silvestershow“ eingeladen worden war, was ja wohl alles über dessen Qualifikation für das „Silvesterstadl“ Nachfolgeformat aussagt … Und dass Jörg Pilawa seine (charmante) Co-Moderatorin Francine Jordi nicht so ganz ernst nimmt, zeigte sich auch in diesem Jahr wieder einige Male. Wenn die Zuschauer ihn nur halb so toll fänden wie er sich selbst, dann (aber eben nur dann!) könnte er Andy Borg vielleicht das Wasser reichen …

 

WeltRock’n’Roller Peter Kraus (78!) lieferte zwei tolle Auftritte ab. Mit seiner Version des Bill Ramsey-Evergreens „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ offerierte er den Zuschauern sogar eine exklusive Kostprobe aus seinem demnächst erscheinenden Cover-Album (Arbeitstitel „So schön war die Zeit“).

 

Natürlich warf die Sendung auch einige Fragezeichen auf. Hier wären in erster Linie Yared Dibaba & Die Schlickrutscher (!). Und warum d(i)e Paveier mit gleich drei Titeln auf das Publikum losgelassen wurden, während die Amigos und auch Peter Kraus jeweils nur zwei Titel hatten, will sich einem auch nicht so recht erschließen. Und als sich Laura Kamhuber an „I Will Always Love You“ versuchte, wünschte man sich wirklich, Whitney Houston würde für einen kurzen Moment aus ihrer Gruft kommen und ihr das Mikrofon wegreißen …

 

 

Was die Einschaltquote betrifft, so musste im Vergleich zum Vorjahr, als die Sendung noch unter dem Titel „Silvesterstadl“ lief, zwar ein Quotenminus von 3,47 Millionen Zuschauern in 2016 auf 2,89 Millionen Zuschauer in 2017 bilanziert werden (der Marktanteil purzelte von 15,2 % auf 13,2 %), dafür holte sich „Die Silvestershow mit Jörg Pilawa“ gegen Mitternacht kurzzeit den Tagessieg, als die Sendung für gut vier Minuten durch das Silvesterfeuerwerk vom Brandenburger Tor unterbrochen wurde. Und da die ZDF-Silvestershow „Willkommen 2018“ auch unter 3 Millionen Zuschauern blieb (genau genommen waren es 2,98 Millionen) und sich der Marktanteil bei 13,3 % einpendelte (das sind gerade einmal 0,1 % mehr als „Die Silvestershow mit Jörg Pilawa hatte), muss man sich hinter diesem Ergebnis nun wirklich nicht verstecken.

 

In jedem Fall haben sich ALLE in irgendeiner Form an der „Silvestershow mit Jörg Pilawa“ Beteiligten ein Höchstmaßlob verdient, ist so eine 5-stündige Live-Show doch ein Kraftakt sondergleichen. Speziell dann, wenn das Saalpublikum bereits ab der ersten Sekunde an nicht mehr zu bändigen ist und im Grunde genommen macht, was es will.

 

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